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Alja Rachmanowa – Im Schatten des Zarenhofes

Autor: Alja Rachmanowa
Übersetzer:  Aus dem russischen Manuskript von Dr. Arnulf von Hoyer
Verlag: Wien : Buchgemeinschaft Donauland; Gütersloh : Bertelsmann; Stuttgart : Europ. Bildungsgemeinschaft; Berlin, Darmstadt, Wien : Dt. Buch-Gemeinschaft
Erschienen:1973
ASIN: B00C3ZOU2E
Seitenzahl: 382 Seiten

Ich liebe Sie – sollt ich´s verbergen?
Doch meine Hand besitzt ein anderer,
Und ewig bleib ich ihm treu!
Tatjana in Puschkins „Eugen Onegin“

Erstes Zitat im Buch

Dieses Buch befindet sich schon seit einigen Jahren in meinem Besitz und es gehört zu jenen Büchern die mich gefunden haben. Ich hatte in der Schule das Wahlfach „Literatur“ und da wird gerade gemeinsam eine Biographie gelesen hatten, über die ich später noch berichte, sollte nun jeder für sich eine Vorstellen. Nun war also eigentlich die Frage welches Buch nehme ich, es gibt mehr als genug Biographien auf dieser Welt und viele davon sind vermutlich sehr lesenswert. Einige Tage bevor meine Lehrerin mir diesen Auftrag gegeben hatte, war mir auf einem Flomarkt dieses Buch in die Hand gefallen. Der Einband war nicht mehr vorhanden und ich sah daher nur die blanke Rote Hülle auf dem Buchrücken stand der Titel. Im Schatten des Zarenhofes in schwarzer Schrift.

Was mich am Ende wirklich bewogen hat dieses Buch zu kaufen, ich weiß es nicht mehr. Jedoch war es der reinste Glückstreffer gewesen. In den letzten Jahren habe ich das Buch mehr als ein mal gelesen und es sorgte auch dafür das ich mir ein weiteres Buch kaufte.

Es ist eine Romanbiographie über den Russischen Dichter Alexander Puschkin, der zu seiner Zeit ein großer russischer Dichter war. Nun bei einer Biographie ist es ja eigentlich so, sofern man nicht gerade von einer Berühmten Person ein Buch liest das gerade von ihr selber Veröffentlicht wurde, ist die Person um die es geht sehr oft schon tot. In dem Fall von Alexander Puschkin sind das schon ein paar Jahre mehr die der gute Mann tot ist. Ich habe aber bei dem Buch des öfteren da gesessen und mir gedacht das er diese Entscheidung so nicht treffen dürfte, das er doch bitte einen anderen Weg gehen möge. Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Ehejahre von Puschkin sehr gut zu beschreiben und um die geht es in dem Buch. Nun ist das ganze ja nun wieder so lange her das sicherlich einige Details davon etwas verschwommen sind und man nicht alles auf die Goldwaage legen sollte aber es gab doch die ein oder andere Person der ich zu gerne den Hals umgedreht hätte.

Die Autorin hat es sehr gut geschafft das man bei diesem Buch mit fiebert, man lernt den Dichter Puschkin kennen und ich persönlich mochte den Mann sehr. Er war so Blind vor Liebe das er die eigentliche Liebe und sein eigentliches Glück so vollkommen übersehen hat. Das Buch beginnt damit wie er seine Frau das erste mal sieht, sich in diese Madonna wie er sie nennt verliebt und dann um ihre Hand bittet.  Wenn der gute Mann doch rechtzeitig erkannt hätte das eigentlich jemand anders ihn viel glücklicher hätte machen können aber damals war die Liebe etwas anderes als heute. Auf diesen Seiten lernte ich den Dichter kennen und kaufte mir daher auf sein größtes Werk das Buch Eugen Onegin, tragisch an diesem Buch ist das hier ein Duell beschrieben wird, das ganz ähnlich seinem eigenen Duell abgelaufen ist.

Die Warnungen vor der eigentlichen Hochzeit, wie sich seine Braut ihm gegenüber verhält hätten ausreichen sollen um ihn davon abzubringen. Die Liebe macht aber halt Blind und zu Lebzeiten Puschkins waren vermutlich einige Frauen etwas kühler. Man findet sich sehr gut in die Geschichte rein, erlebt wie er um ihre Hand anhält, sie heiratet und dann mit Schreck irgendwann miterleben muss wie seine Frau zwar die Liebe kennen lernt allerdings nicht mit ihm.  Das dies kein gutes Ende nehmen kann war nun vorher zu sehen. Unter den Titeln der einzelnen Kapitel steht auch immer ein Jahr und ein Ort wo das ganze statt findet.  Immer wieder geht sie in einzelnen Passagen auf Briefe ein, die von einzelnen Personen geschrieben wurden.

Es gab zahlreiche Männer die an der Ehefrau Puschkins ein Interesse zeigten, darunter war auch der Russische Zar. Je weiter ich in dem Buch kam um so weniger konnte ich aber diese Frau leiden und auch wenn Puschkin auf seinem Sterbebett ihr verzieh, konnte man als aufmerksamer Leser das nur schwer tun. Die würdevolle Art wie dieser Mann seinem eigenen Tod begegnet ist fand ich ganz erstaunlich und ein wenig tröstlich das er sich von den Personen die er liebte und schätzte sich verabschieden konnte. Einen solchen Todeskampf wünsche ich niemandem und ich vermute wäre der Mann in der heutigen Zeit so verletzt worden hätten die Ärzte mehr für ihn tun können. Was mich persönlich dann aber am Ende mit am meisten berührt hat war als er seiner Schwägerin, die Frau die ihn wohl am meisten geliebt hat, seinen Rosenkranz geben lies.

Fazit:

Das Leben von Alexander Puschkin gehört eindeutig zu denen, die tragisch Endeten. Das zeigt wie so oft das die besten Tragödien doch das Leben selber schreibt. In diesem Buch ist diese Tragödie sehr gut dargestellt. Es scheint nichts übertrieben und ich würde vermuten das es sehr gut recherchiert ist. Wer ein Fan der Russischen Literatur ist sollte dieses Buch unbedingt lesen, wer eine gute Biographie zu schätzen weiß ebenso. Sollte jemand aber eher zu viel Aktion neigen oder die klassische Liebesgeschichte bevorzugen, der sollte sich vielleicht überlegen ob das Buch wirklich das richtige für ihn ist. Dieses Buch wird man vermutlich nicht als Ebook irgendwo finden und ich glaube die Exemplare die es davon noch zu kaufen gibt sind auch etwas rar. Dennoch ist es ein Buch das sich zu lesen lohnt.

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