Nora Roberts – Im Schatten der Wälder

Originaltitel: The SearchIm schatten der Wälder
Autor: Nora Roberts
Übersetzer: Margarethe van Pée
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 04/2011
ISBN: 978-3-7645-0400-7
Seitenzahl: 541 Seiten

Rot wie die Liebe.
Rot wie die Wut.
Rot wie der Tod.

Das Buch habe ich letztes Jahr auf einem Flohmarkt gefunden.
Der erste Blick auf das Cover sagte mir direkt, das ich es haben will.
Ich finde das Cover hat durch aus etwas geheimnisvolles an sich,  etwas Mystisches das einem einige Geheimnisse verspricht. Der rote Schal in der unteren Ecke fällt allerdings finde ich kaum auf. Er ist wie der Schatten auf dem Bild, dezent genug dargestellt um das geheimnisvolle zu unterstreichen und es nicht zu erdrücken. Der Aufkleber das dies ein Spiegelbestseller ist hat mich bei dem ganzen weniger Interessiert, da ich nicht sagen kann in wie weit der Spiegel gute Bücher vorschlagen kann.

Es ist mein erstes Buch von Nora Roberts aber es wird bestimmt nicht mein letztes sein.  Ihre Art zu schreiben gefällt mir. Ich habe dieses Buch in der Kategorie: Liebesroman wiedergefunden gehabt und kann dies aber irgendwie nicht so ganz unterschreiben. Ein wichtiger Bestandteil dieses Buches ist definitiv die Liebe, dennoch würde ich nicht soweit gehen und sagen das es ein Liebesroman ist. Die Art und weise wie in diesem Buch mit der Liebe umgegangen wird und auch wie sie dargestellt wird ist viel pragmatischer als ich es von den typischen Liebesromanen gewohnt bin.  Ich würde das Buch durch aus eher in die Kategorie eines Krimis passt. Ein Liebhaber von Hunden dürfte aber durch aus auch seinen Spaß an diesem Buch haben, sofern er keine schwachen nerven hat.

Das Buch ist  in drei große Teile, mit mehreren Unterkapiteln, unterteilt. Bisher kannte ich eher die Bücher welche viele Kapitel haben oder das mehrere Bücher in einem veröffentlicht wurden,  daher war diese Unterteilung für mich bewusst mal etwas neues. Ich fand sie aber durch aus gut gewählt und jedes der drei Teile wurde mit einem neuen Zitat eingeleitet.

Auf den ersten Seiten habe ich noch ein paar mal auf den Klappentext geschaut um wen es sich nochmal bei der Hauptperson handelt, später wurde es aber doch immer klarer. Der Einstieg ist gut gewählt und zeigt unsere Hauptperson direkt in einer typischen Szene ohne aber den Fokus sofort auf sie zu ziehen. Fiona ist eine finde ich sehr starke Persönlichkeit, mit einem verdammt großen Dickschädel und dem Wunsch nicht das Opfer zu sein. Dies führt aber auch dazu das sie sich in manchen Situationen etwas verrennt. Die Art wie sie sich benimmt und wem sie Vertraut ist sehr glaubhaft und schön beschrieben. Sie ist durch aus eine Frau die ich gerne kennenlernen würde und ebenso wie Simon wurde auch ich von ihr fasziniert. Das die beiden zueinander finden, sagt ja eigentlich schon der Kurztext zu dem Buch und dennoch ist die Art wie die Zwei zueinander finden nicht so typisch wie erwartet. Es ist zum Teil unglaublich pragmatisch und das macht auch den Charme des Charakters Simon aus. Der Punkt warum das keine typische Liebesgeschichte ist, beginnt schon einmal damit das beide Charaktere sich eigentlich entschieden haben, sich nicht verlieben zu wollen. Das dies in der Regel immer irgendwie schief geht ist eigentlich immer klar. Doch während bei den meisten Geschichten die verliebten dann durch einen großen knall feststellen das sie einander lieben und durch eben diesen knall sich auch wirklich erst verlieben, schleicht sich die Liebe in diesem Fall doch erst langsam an.

Die Frage wann den unsere liebe Fiona endlich auf den Bösewicht trifft hat mich Seite um Seite voran getrieben. In so manch einem Buch habe ich dann tatsächlich einfach ein paar Seiten vor geblättert und später diese Passagen dann nachgeholt, doch hier habe ich nicht eine einzige Seite übersprungen. Neben den beiden Hauptpersonen, haben sich die drei Hunde von ihr, Bogart, Peck und Newman als auch der kleine Welpe von Simon, Jaws in mein Herz geschlichen.  Die Tatsache das diese drei ausgewachsenen großen Hunde bei dieser Frau wirklich aufs Wort hören und schon bei einem bösen Blick von ihr reagieren, zeigt deutlich dass das Selbstvertrauen welches Fiona an den Tag legt durch aus gerechtfertigt ist. Es gab mehr als eine Szene wo ich schmunzeln oder gar lachen musste, was die ganze Geschichte auflockert.

Für Frauen die ein dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit haben der sie belastet kann dies denke ich ein Buch sein, das einem Kraft spendet sofern man es schafft sich mit der Hauptperson zu identifizieren. Ich finde es persönlich recht einfach sich mit Fiona auf eine Stufe zu stellen. Die Kraft und der Kampfgeist den die Charaktere an den Tag legen gefällt mir sehr. Was ich auch sehr schön finde ist das der Bösewicht in diesem Fall eigentlich sogar zwei, nicht einfach nur Böse sind. Nora geht zwar nur beiläufig auf die eigentlichen Gründe ein, welche die Täter haben, doch werden sie nicht als Monster dargestellt die kein Motiv für ihre Tat haben.  Das verleiht dem Bösen ein Gesicht und sorgt dafür das man diese Charaktere zwar nicht unbedingt mag aber vielleicht doch ein klein wenig versteht für das was sie tun.

Mein Fazit also:

Das Buch ist definitiv Lesenswert, für Leute mit einer ausgeprägten Fantasie empfehle ich aber das Buch nicht unbedingt als Nachtlektüre auszuwählen. Es kann durch aus sich in die Träume schleichen und dort ein leicht gruseliges Gefühl  hinterlassen. Wer auf schnulzige Liebesromane steht sollte aber von diesem Buch eher Abstand nehmen, auch Personen die ganz schwache Nerven haben sollten das Buch eher meiden.Das Buch verspricht nichts was es nicht auch halten kann. Ich habe die Sammlung von Nora noch nicht durchgesehen, aber ich wäre an einer Fortsetzung nicht abgeneigt.

 

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